Baubeginn für ein wichtiges touristisches Projekt in Skopje: Eine 3,47 km lange Seilbahn wird die Stadt in Zukunftmit dem Millenium-Kreuz auf dem Berg Vodno verbinden. Besucher könnendann nach 10 Minuten-Fahrt die Aussicht vom Hausberg Skopjes auf die Stadt, das nördlich gelegene Crna-Gora-Gebirge und das lange schneebedeckte Sara-Massiv im Westen genießen, außerdem auf markierten Wegen auf dem Bergscheitel wandern, die Südseite des Vodno kennenlernen oder in die Matka-Schlucht absteigen.
Die Seilbahn, die nach den aktuellen Sicherheits- und Ökostandards von einer österreichischen Firma gebaut wird, wird 6,7 Millionen Euro kosten.
Ministerpräsident Nikola Gruevski würdigte das Projekt bei der Grundsteinlegung als sehr wichtig für die mazedonische Hauptstadt und als ein attraktives Angebot an die Einheimischen wie internationale Besucher.
In ihrer Liste der TOP-Urlaubsziele für 2010 wirddie mazedonische Stadt Ohrid am gleichnamigen See, einen der tiefsten der Welt, aufgeführt. Die UNESCO prämierte Altstadt mit ihren Kirchen, Bürgerhäusern, der Festung und dem römischen Theater, aber auch die mittelalterlichen Klöstern und archäologischen Ausgrabungen rund um den See werden den Lesern als Geheimtip für den internationalen Tourismus empfohlen. Im Einzelnen erwähnt der Bericht der NYT die Kirche des Heiligen Kliment und die Ausgrabungen rund um diese Kirche in Plaosnik und die im 14. Jh. kühn auf einer Felsspitze über dem See gebaute Kirche Jovan Kaneo.
Für den Kultur-Tourismus hat Ohrid in den letzten Jahren dank des Programms der Regierung und der Umtriebigkeit des mazedonischen Chef-Archäologen Pasko Kuzman mehrere neue Objekte erster Güte erhalten. Im vergangenen Jahr wurde das Museum des jungsteinzeitlichen Pfahldorfes eröffnet und spektakulär mitten in der Altstadt 17 mit goldenen Beigaben ausgestattete Fürstengräber aus dem 5. vorchristlichen Jahrhundert entdeckt.
Aber auch der Natur-Tourismus hat mit dem Ensemble Ohridsee /Prespasee und dem sie trennenden Galicica-Gebirge viel zu bieten. Schwimmen, Wandern, Klettern, Mountainbiken und Drachensegeln sind klassische Angebote, die aber in einer einzigartigen, intakten Natur mit hunderten endemischen, also nur um die Seen vorkommenden Pflanzen und Tieren stattfinden. An den verschwiegenen Felsen-Buchten des Ohridsee kann der Birdwatcher Eisvögel beobachten, im Galicica Gebirge Adler und am Prespasee Pelikane.
Direkt neben dem Kloster des heiligen Naum, das auf das 10. Jahrhundert zurückgeht, ist ein einmaliges Naturphänomen zu besichtigen. Die Drim-Quelle: Hier bricht das Wasser des Prespasee, der 200 Meter über dem Ohridsee gelegen ist, in Dutzenden Unter- und Überwasser-Quelltöpfen natürlich gefiltert durch das Gestein des Galicica-Gebirges und fließt in den Ohridsee. Das Quellgebiet mit seinen (Ur)Wald, das mit Boot und Führer besucht werden darf, ist ein intakter Lebensraum, der von einer Vielfalt vonFischen, seltenen Vögel und bunten Libellen bevölkert wird.
Gastronomie und Hotellerie
In den letzten Jahren sind gerade in Ohrid und an der gleichnamigem Riviera viele Hotels modernisiert worden und kleine Boutiquehotels und Ferienwohnungen entstanden.
In März wird der Neubau eines weiteren Hotels der gehobenen Klasse das Angebot in Ohrid erweitern. Die Gastronomie stützt sich auf eine Reihe sehr guter Fisch- und mazedonischer Spezalitäten-Restaurants. Neu sind die von den Besuchern gern angenommenen Beach-Clubs, die Getränke, leichte Gerichte, Strandplateaus mit Sonnenliegenn und Badestegen anbieten
Ohrid: Urlaubsdestination für viele!
Ohrid, der Geheimtipp der New York Times, bietet eine breite Palette von Aktivitäten vom Kulturtourismus über Boots- und Bergtouren bis Beachclubbing und hat von Frühling am See mit Blüten und schneebedeckten Gipfeln über den klassischen Sommer-See Tourismus bis zu milden Herbsttagen eine Saison, die fast 8 Monate umfasst.
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 02. Februar 2010 )
Wenn man an einem der vielen sonnigen Nachmittage durch die Innenstadt von Skopje geht, vom alten Bahnhof (und heutigen Stadmuseum) den Boulevard Makedonija in Richtung Hauptplatz und Vardar hinunter, fällt einen zwischen den gut besetzten Cafés mit den vielen sich lebhaft unterhaltenden Hauptstädtern ein neues Bildauf: Gruppen von Leuten, jung und alt mit erzenen Statuen. Sie sind die neue Attraktion in der Innenstadt von Skopje: Statuen, die nach den Entwürfen von jungen mazedonischen Bildhauern gegossen wurden. Sie kommen gut an bei den Flanierern.
Die Statuen, die teilweise auf das Alltagsleben bezug nehmen, teilweise auch mit einer feinen Ironie diesen Alltag hinterfragen, sind wohl inzwischen die meistabgebildeten Fotohandy-Motive in Mazedonien. Spitzenreiter unter den Statuen sind dabeider lebensgroße,wildschnaubende Stier, der durch die Aktien- und Finanzkrise von der New Yorker Börse nach Skopje geraten zusein scheint, und die kühle Schönheit mit Handy am Ohr, Sonnenbrille und kurzen Sommerkleid. Während tapfere Mazedonen den Stier bei den Hörnern nehmen und sich so gleichsam beim Versuch, die Finanzkrise zu meistern, digital abblichten lassen, versuchen Jünglinge der Schönheit, die von Skopje bis Belgrad auf den Kosenamen Schmisla hört, wenigstens im Bild nahezurücken. Allein – die Schöne bleibt davon ungerührt ... und telefoniert weiter.
Junge Mädchen wiederum lassen sich mit ihren großen Vorbild Schmisla fotographieren und fassen den Vorsatz, mindestens genauso hip zu werden und ebenso cool auf die Jungs zu reagieren. Ein Vorsatz, der sicherlich nicht allzulang Bestand haben wird.
Geht man weiter zur Ampel,um die Hauptstaße zu überqueren, welche die Fußgängerzone „Boulevard Makedonija“ teilt, kommmt man neben der nächsten Statue zu stehen, einem Mädchen, das am Straßenrand steht und angestrengt auf den Hauptstadtverkehr und das ausbleibende Grün der Ampel starrt und wohl gegen den überbordenden Autostrom in der Innenstadt protestiert.
Hat man nun die Ampel und das Mädchen hinter sich gelassen, trifft man auf zwei Figuren , die ebenso zum Stadtleben gehören. Einen eindrucksvoll gestalteten alten Bettler und einen sehr pfiiffig aussehenden Schuhputzer aus Erz, der seine Dienste anzupreisen scheint. Am Vardar endet das Ensemble mit einer jugendstilhaften floral gestreckten Schöhnheit, die ebenfalls die Gunst der jüngeren Damen genießt. Es ist natürlich auch ein strategischer Platz, um von dort mit dem Schulfreund am Vardar entlangzugehen oder sich auf einer der Bänke niederzulassen...
„Wie im richtigen Leben“ würde man in Süddeutschland zu diesem gelungenen Statuen-Ensemble sagen. Skopje ist um eine Attraktion reicher, die sich sich wohltuend von den teuren, meist unverständlichenund dafür oft tonnenschweren oder rostigen Installationen deutscher Innenstädte und Flußufer unterscheidet.
Der Ohridsee ist um eine weitere kulturelle Atraktion reicher, die Rekonstruktion eines prähistorischen Pfahldorfes in Gradiste.
Jahrzehntelang gingen Touristen und Ausflügler nahe der Campingsiedlung in der Bucht schwimmen oder spielten ,fischten, grillten. Die Touristen des 20 Jahrhunderts waren nicht die ersten Fischer und Schwimmer. Das Team um Pasko Kuzman, denmazedonischen Chefarchäologen, hat in jahrelanger Arbeit belegt, daß an dieser Stelle bereits vor 3000 Jahren Menschen lebten und den Reichtum des Ohridsees nutzten.
Es fing damit an, daß Unterwasserarchäologen seit 1997 mit nur einigen Unterbrechungen jährliche Untersuchungen im Wasser um die Halbinsel Gradiste durchführten.Das Ziel warenHinterlassenschaften aus dem Schiffsverkehr der Antike und des Mittelalters, doch die Taucher stießen auf eine Sensation: Mehr als 6000 Holzpflöcke wurden bisher entdeckt, in 3 bis 5 Meter Tiefe in den Seeboden gerammt. Für die Archäologen war klar: sie hatten das Fundament einer Pfahlbau-Siedlung entdeckt, die sie auf etwa 20 Gebäude schätzten. Bestätigt wurde die These durch den Fund von Keramik, Feuersteinen, Bronzeobjekten und bearbeiteten und unbearbeiteten Tierknochen aus der Bronzezeit und frühen Eisenzeit. Die Menschen hatten damals das Wasser gesucht, es aber auch zu ihren Schutz vor Feinden genutzt.
Das im Februar eröffnete Pfahldorf-Museum zeigt in einem modernen Gebäude die verschiedenen Fundstücke, aber auch den Seegrund, wie er sich den Tauchern dargestellt hatte. Danach können die Besucher die rekonstruierte Plattform auf den See mit ihren Hütten mit Schilfdächern betreten und in das Alltagsleben am Ohrider See um 1000 vor Christi Geburt eintauchen. Werkzeuge, Gebrauchsgüter wie auch Bauweise der Häuser werden eindrucksvoll vorgestellt.
Die Besucher werden aber auch mit reizvollen Ausblicken von der Pfahlplattform auf die nahen Felsen und Buchten des Seeufers in Richtung Trpejza belohnt, der wohl landschaftlich schönsten Stelle des Sees.
Noch besser sieht man den See, die Felsen am Ufer, aber auch das majestätische jetzt noch schneebedeckte Galicica-Gebirge vom Torturm der spätantiken Villa auf dem Höhenrücken der Halbinsel Gradiste. Dort hat Pasko Kuzman beim Anlegen eines Parkplatzes für das Pfahldorf-Museum die Fundamente einer spätaniken befestigten Villa entdeckt und ihre Umrisse rekonstruiert. 250m und 1500 Jahre liegen Pfahldorf und Villa voneinander entfernt - und bilden nun ein hochinteressantes archäologisches Ensemble.
Man darf gespannt sein, welche weiteren historischen Schätze in Ohrid, aber auch anderen Plätzen Mazedoniens durch die engagierte Arbeit der Archäologen und mit Unterstützung der mazedonischen Regierung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.